Information in der Cloud, Interpretation und Bedeutung

Ausgelagerte Informationen muss immer interpretiert werden, damit sie zu Wissen werden, auch dann, wenn die größten Teile dieses Wissens sich außerhalb des Kopfs befinden können, etwa auf Papier, der Festplatte des Computers oder irgendwo in der Cloud. Wissen ist dann nicht mehr das, was man in seinem Kopf hat, sondern das, was man zuverlässig aus einem Speicher abrufen und richtig interpretieren kann. Man baut bei Bedarf seine Überzeugungen aus seinen Erinnerungen und seinen Aufzeichnungen immer wieder zusammen und wird dadurch seinerseits wieder zu gespeichertem Wissen. Das Wissen ist nicht in einem Kopf, aber es ist auch nicht außerhalb, sondern es ist gespeichert in einem dynamischen Netz, in dessen Mitte sich zwar ein Kopf befindet, aber weit in die Wirklichkeit hinausreicht und Notizen, Fotos, Ton und Videoaufzeichnungen, aber auch Gegenstände, die man irgendwo abgelegt hat, umfasst. Dieses Netz kann vor allem Dank Internet und Cloud fast unendlich groß sein, und man weiß streng genommen gar nicht mehr, was alles dazu gehört. Die vernetzte Vernunft zeichnet sich dadurch aus, dass sie in ihrem Zentrum zwar den Geist eines Menschen hat, dass ihre Fäden und Knoten aber weit nach draußen reichen und dass sie dort überall ihre Fäden spinnt und verknüpft, um das, was sie weiß, bei Bedarf immer wieder neu zu rekonstruieren. Alles, was auf den Servern abgelegt ist, alle Texte, Fotos, Video und Tonsequenzen, sind tot und sinnlos, solange sie nicht zwischen den Knoten des Netzes ausgetauscht und in dieser Kommunikation interpretiert, mit Bedeutung versehen werden (Friedrich, 2012).
Literatur
Friedrich, Jörg (2012). Wissen im Netz. Verlag Heinz Heise.
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