Gesundheitszwänge und Schönheitsideale

Durch Gesundheitszwänge und Schönheitsideale erscheint oft der normale Körper lächerlich, denn die Unterhaltungsindustrie und Werbung präsentieren gestylte Models, die Gesundheit und Schönheit ausstrahlen. Wer diese unrealistischen Schönheitsideale zum eigenen Maßstab nimmt, gerät in Schwierigkeiten wie Unzufriedenheit mit sich selbst, Depression, riskante Körpermodifikation, bei der Magersucht einen Extremfall darstellt. Klinisch betrachtet geraten die Menschen durch den medialen Beschuss mit Idealen in den Zustand kumulativer Traumatisierung, denn immer wieder bekommen sie ihre körperliche Unvollkommenheit, die oft auch mit seelischen Mängeln assoziiert wird, vor Augen geführt, und, was besonders psychische Probleme verursachen kann, mit der unerfüllbaren Auflage, diese Mängel beheben zu müssen. Die kumulative Traumatisierung erzeugt entweder chronische Scham und/oder narzisstische Wut, denn die Verführung durch Schönheitsideale, dieses anhaltende, aber unerfüllbare Drängen nach Vollkommenheit, erzeugt das Gefühl der Ohnmacht, das wie ein Stachel den Narzissmus reizt.

Quelle: http://www.pabst-publishers.de/aktuelles/20140820.htm  (14-08-20)