Erwachsenenbildung – Wie man dort lernt

Erwachsenenbildung ist derjenige Bildungsbereich (neben Schule und Universität ), der am kreativsten und weitreichendsten Methoden des Lehrens und Lernens erprobt und weiterentwickelt hat. Die meisten von ihnen können auch in anderen Bildungsbereichen, z.B. an der Universität, eingesetzt werden. Diese Methoden gehen von drei wichtigen Grundsätzen aus.

  • Erwachsene sind Menschen mit eigenen Kenntnissen und Erfahrungen, die berücksichtigt und im Lehr-Lern-Prozess fruchtbar gemacht werden müssen; Erwachsene sind daher nicht Konsumenten, sondern gestalten den Lehr-Lern-Prozess mit.
  • Gelernt wird am effektivsten, wenn die Lernenden selbst aktiv sind – diese lerntheoretische Annahme ist inzwischen empirisch gut belegt. Die Lehrmethoden müssen daher die lernenden Erwachsenen aktivieren, sie involvieren und mitverantwortlich für den Lehr-Lern-Prozess machen.
  • Menschen, auch erwachsene Menschen, sind nicht nur Verstandeswesen, sondern haben Gefühle und Sinne. Methoden der Lehre müssen daher den ganzen Menschen einbeziehen, Kopf, Herz und Hand (Head, Heart and Hand) am Lernen beteiligen.

Es gibt ungeheuer viele Methoden, welche diese drei Grundsätze berücksichtigen. So ist der Metaplan eine Methode, das ‘Wissen und die Interessen der Teilnehmenden abzurufen und sie an der Entscheidung über den Gemeinsamen Lehr-Lern-Prozess zu beteiligen. Oder die grundlegende Methode des „Blitzlicht“, die vielfach eingesetzt werden kann. Gruppen sind eine wichtige Grundstruktur in der Erwachsenenbildung, da dort alle Teilnehmenden zu Wort kommen und ihr Wissen und Ihre Meinung einbringen können. Über die Gestaltung des Raumes und der Sitzordnung wird die Kommunikation verbessert, in der Methode „Marktplatz“ werden auch sinnlich Eindrücke von der Lernkapazität körperlicher Bewegung vermittelt. Stehen, Sitzen und Gehen sind ebenso lernrelevante Aktivitäten wie denken und sprechen.