Blickverhalten bei Essstörungen

Die Arbeitsgruppe Essstörungen um Brunna Taschen-Caffier (Universität Freiburg) untersuchten das Blickverhalten von Frauen, die an Magersucht und Bulimie leiden, um jene Hypothese zu bestätigen, die Anita Jansen (2005) aufgestellt hatte: Essgestörte richten ihre Blicke vorrangig auf die eigenen körperlichen Problemzonen, während sie bei anderen Menschen eher auf die „schönen“ Körperteile achten. Durch dieses Blickverhalten verstärken sie ihr Gefühl, unzulänglich gebaut zu sein. Gesunde Frauen betrachten häufiger die ansehnlichen Teile ihrer Figur. Dieser „gesunder Blick“ kann jedoch erlernt werden, indem man die Essgestörten anweist, nicht ausschließlich negative Zonen zu fokussieren, sondern ein ausgewogeneres Blickverhalten zu entwickeln. Mit der Zeit entwickelt sich so eine positivere Selbstwahrnehmung und die Essstörungen nehmen ab.
Die Forscher suchen Frauen (Alter: ab 18 Jahre), die an einer Bulimie, Essanfallsstörung (Binge Eating) oder Anorexie (Magersucht) leiden und folgende Symptome zeigen:

  • Fühlen Sie sich ständig zu dick, auch wenn andere das nicht so sehen?
  • Kreisen Ihre Gedanken nur noch ums Essen?
  • Haben Sie große Angst vor Gewichtszunahme?
  • Fühlen Sie sich ihrem Übergewicht ausgeliefert?
  • Verlieren Sie über ihr Essverhalten häufig die Kontrolle?

Das spezielle Körperbildtraining basiert auf der Figurexpositions-Komponete eines nachgewiesenermaßen wirksamen kognitiv-behavioralen Behandlungskonzepts bei Bulimie. Ziel des intensiven, Therapeut geleiteten Trainings ist es negative Gefühle, Gedanken sowie das Verhalten bulimischer Frauen beim Anblick des eigenen Körpers im Spiegel aufzugreifen um idividualisiert und wiederholt daran zu arbeiten. Dabei wird im Trainingsverlauf die Akzeptanz des eigenen Körpers und der Figur unterstützt und aufgebaut sowie Körperunzufriedenheit abgebaut. Insgesamt umfasst das Körperbildtraining neun Sitzungen zur Korrektur der Körperunzufriedenheit.
Quelle: http://www.psychologie.uni-freiburg.de/abteilungen/
Klinische.Psychologie/forschung/projekte/arbeitsgruppe (08-09-09)