Bindungsfähigkeit von Männern ein genetisches Problem?

Eine Studie von Paul Lichtenstein (Karolinska Institut in Stockholm) vermutet einen genetischen Einfluss auf die Beziehungsfähigkeit von Männern sowie auf die Qualität ihrer Partnerschaften und Ehen. Eine bestimmte Genvariante bildet einen Rezeptor für den Hirnbotenstoff Arginin-Vasopressin, kurz AVP. In früheren Untersuchungen war das Auftreten dieser Variante mit Autismus in Verbindung gebracht worden. Die Forscher untersuchten nun, in welcher Variante das Gen bei insgesamt 2186 schwedischen Männern vorkommt. Männer mit dieser Genvariante erwiesen sind generell als weniger bindungsfähig und waren auch häufiger unverheiratet. Auch die Zufriedenheit von Frauen mit ihrer Ehe hing mit dem Gentyp der Männer zusammen. Männer mit einer bestimmten Genvariante erreichten in einem Standardtest zur Beziehungs- und Bindungsfähigkeit nur geringe Werte und lebten häufig in unehelichen Partnerschaften. Bei anderen Männern, die zwei Kopien dieser Genvariante besaßen, war die Wahrscheinlichkeit doppelt so groß, im letzten Jahr eine Ehekrise durchgemacht zu haben. Auch äußerten sich Frauen bei diesen Probanden mit zwei Kopien am wenigsten zufrieden mit ihrer Ehe. Keinesfalls eignet sich dieses Gen aber dazu, die männliche Beziehungsfähigkeit vorherzusagen.

Männer verhalten sich nach Studien in einer Ehe wesentlich sozialer und sind auch  weniger kriminell, sie zeigen auch eine bedeutend geringere Aggressivität gegenüber anderen Menschen. Einerseits gehen eher Männer den Bund der Ehe ein, die sozial veranlagt sind, doch auch die Partnerschaft als solche wirkt direkt auf das Verhalten der Männer, denn sind Männer erst einmal gebunden, werden sie insgesamt sozial verträglicher und umgänglicher. Auch stärkt eine Ehe die Gesundheit der Männer und senkt das Sterberisiko.