Advance Organizer und discovery learning

Ausubel entwickelte in Rahmen der kognitivistischen Lerntheorien die Theorie des bedeutungsvollen verbalen Lernens, wobei er betonte, dass neues Wissen an vorhandene Wissensstrukturen anknüpfen muss. Das damit verbundene Prinzip des Advance Organizer stammt aus der Lernpsychologie und stellt im Rahmen der Theorie des bedeutsamen Lernens nach Ausubel eine wichtige Organisationshilfe dar. Sie wurde als kognitive Theorie mit der Intention, eine Lerntheorie für schulisches Lernen darzustellen, konzipiert. Dabei stellte Jerome Bruner, der sich am Ansatz von Vygotsky orientierte, das entdeckende Lernen einer möglichen Verkürzung der Sichtweise von Ausubel entgegen.

Bruners Ansatz wird als Entdeckungslernen oder discovery learning bezeichnet. Nach Bruner soll der Lernende befähigt werden, vor allem selbstständig Probleme zu lösen, wobei dies dadurch bewerkstelligt wird, indem er mit Problemstellungen konfrontiert wird. Das führt zu deren Bearbeitung, in der entsprechende Kompetenzen aufgebaut werden können. Bruner knüpft seinerzeit an John Dewey an, dessen fünf Stufen des Lernprozesses auch für die konstruktivistische Didaktik bis heute maßgeblich und orientierend sind, sodass bei Bruner die Komplexität der Lernvorgänge deutlicher als bei Ausubel zu Tage tritt.