Lernen

Aus lernpsychologischer Sicht wird Lernen als ein Prozess der relativ stabilen Veränderung des Verhaltens, Denkens oder Fühlens aufgrund von Erfahrung oder neu gewonnenen Einsichten und des Verständnisses aufgefasst.

Tipps für besseres Lernen mit Bildern

Angenehme und positive Bilder Unser Verstand kehrt viel häufiger und lieber zu den angenehmen, schönen und positiven Ereignissen unseres Lebens zurück. Deshalb sollten beim Lernen oder Merken von Informationen, diese so umgewandelt werden, dass sie positiv und nicht negativ besetzt werden. Negative Impulse werden vom Gedächtnis ausgeklammert und nicht so tief verankert. Bewegung und Dynamik sind sehr wichtig für das Gedächtnis, denn sie ermöglichen statische Bilder zu beleben und sie somit einzigartig erscheinen zu lassen. Jeder zu… Weiterlesen »Tipps für besseres Lernen mit Bildern

Erinnern vs Lernen – stabile und flexible Netzwerke im Hippocampus

Erinnerungen sind ein wichtiger Teil des Lebens, wobei über die Sinne Erlebtes in das Gehirn gelangt, wo es Netzwerke aus Nervenzellen erst zu einer Erinnerung kodieren. Daher bilden stabile Verbindungen zwischen Nervenzellen die wesentliche Grundlage von Erinnerungen. Castello-Waldow et al. (2020) haben den Hippocampus, also den Teil des Gehirns, der für Erinnerungen und das Lernen wichtig ist untersucht. Dabei hatte man sieben Tage lang mit der “Deep-Brain Two-Photon Mikroskopie” die Struktur und Funktion von tiefliegenden Gehirnregionen von… Weiterlesen »Erinnern vs Lernen – stabile und flexible Netzwerke im Hippocampus

Das menschliche Gehirn ist von Geburt an bereit zum Lernen

Das menschliche Gehirn verfügt bei seiner Geburt über eine neuronale Grundausstattung, die es dem Neugeborenen gestattet, etwa etwas zu greifen oder Dinge wahrzunehmen, wobei sich dieses Grundnetzwerk neuronaler Verbindungen mit den körperlichen und sensorischen Erfahrungen, die das Kind vor und nach der Geburt macht, weiter ausformt. Je mehr der dabei entstehenden Synapsenverbindungen in Anspruch genommen, angewendet und erweitert werden, desto differenzierter ist das neuronale System des Kleinkindes. Ist etwa die Grundausstattung eines Kindes bereits eingeschränkt, entweder durch… Weiterlesen »Das menschliche Gehirn ist von Geburt an bereit zum Lernen

Fünfundachtzig-Prozent-Regel

Eine der zentralen Fragen des menschlichen Lernens ist die Festlegung des Schwierigkeitsgrades eines Stoffes und dessen Einfluss auf die Lerngeschwindigkeit. In vielen Situationen stellt man fest, dass es einen Punkt gibt, an dem das Üben weder zu leicht noch zu schwer ist und in dem das Lernen am schnellsten voranschreitet. Wilson et al. (2019) haben die Bedingungen für diesen Punkt bei Lernalgorithmen im Kontext binärer Klassifikationsaufgaben überprüft und festgestellt, dass die optimale Fehlerquote für das Training bei… Weiterlesen »Fünfundachtzig-Prozent-Regel

Neuronale Netzwerke entwickeln sich auch ohne Glutamat

Das menschliche Gehirn verarbeitet Informationen in einem Netzwerk von Milliarden Nervenzellen, die über hundert Billionen Kontaktstellen (Synapsen) miteinander verbunden sind. An diesen Synapsen führen elektrische Impulse einer sendenden Nervenzelle zur Freisetzung von chemischen Botenstoffen, die von nachgeschalteten Nervenzellen empfangen und wieder in elektrische Signale umgewandelt werden. Auf diesem Prinzip der chemischen Signalübertragung basiert die Kommunikation aller Nervenzellen, die in Form von Netzwerken für die Steuerung aller Körperfunktionen verantwortlich sind. Nach der gängigen Lehrmeinung müssen Nervenzellen im Gehirn… Weiterlesen »Neuronale Netzwerke entwickeln sich auch ohne Glutamat

Das Gehirn lernt auch in Pausen

Der Erwerb neuartiger motorischer Fähigkeiten ist ein grundlegender Prozess des lebenslangen Lernens und entscheidend für das tägliche Verhalten. Die durch Training erzielten Leistungssteigerungen werden von einem zunächst labilen Zustand in einen Zustand überführt, der immer robuster gegenüber Störungen ist, ein Phänomen, das als motorische Konsolidierung bezeichnet wird. Frühere Arbeiten haben gezeigt, dass der primäre motorische Cortex eine neuronale Schlüsselregion für die motorische Konsolidierung ist. Rumpf et al. (2019) haben nun gezeigt, dass neu gelernte motorische Abläufe (Eintippen… Weiterlesen »Das Gehirn lernt auch in Pausen

Grundmechanismen des Gehirns beim Lernen

Die Neuronen des Gehirns sind durch Synapsen miteinander verknüpft und bilden ein hochkomplexes Gefüge, wobei Lernen im neurologischen Sinne dadurch zustande kommt, dass die synaptischen Verbindungen im Gehirn nicht statisch festgelegt sind, sondern sich ständig auf Grund von Umwelteinflüssen wie Sinneseindrücken neu anpassen. Damit wird eine lokale Speicherung neuer Gedächtnisinhalte möglich, wobei man von der neurologischen Plastizität des Gehirns als einem Grundmechanismus des Gehirns spricht. Neben der räumlichen Anpassungsfähigkeit neuronaler Verbindungen existiert ein weiterer wichtiger Grundmechanismus für… Weiterlesen »Grundmechanismen des Gehirns beim Lernen

Das Lernen nicht zu leicht machen!

Die meist geäußerte Empfehlung, den Lernenden die Verarbeitung der Lernmaterialien zu erleichtern, ist nicht in jedem Kontext gleich wirksam. Eine der wichtigsten Empfehlungen für multimediales Lernen, die mehrfach in Lernexperimenten belegt wurde, besteht darin, Bilder oder Animationen mit gesprochenen statt mit geschriebenen Texten zu kombinieren. Das ist unter anderem deshalb vorteilhaft, weil gesprochene Texte und Bilder gleichzeitig wahrgenommen werden können, während geschriebene Texte und Bilder nacheinander kognitiv verarbeitet werden. Insgesamt ist eine solche Kombination eine Entlastung für… Weiterlesen »Das Lernen nicht zu leicht machen!

Holistisches vs serialistisches Denken nach Gordon Pask

Zur Identifikation von holistischem und serialistischem Herangehens an Aufgaben und zur Ermittlung der persönlichen Lernstrategie hat Gordon Pask ein Lernstilinventar entwickelt, das typisch holistisches bzw. serialistisches Denken widerspiegelt und bei dem Fragen auf einer sechsstufigen Skala mit einer Häufigkeitseinschätzung zwischen „immer“, „sehr oft“, „häufig“, „manchmal“, „selten“ und „nie“ zu beantworten sind (vgl. de Souza Ide, 2004). Holistisch Wenn ich mir etwas Neues aneigne, betrachte ich stets mehrere Aspekte des Themas gleichzeitig. Wenn ich mit einem neuen Lehrbuch… Weiterlesen »Holistisches vs serialistisches Denken nach Gordon Pask

Moderne Medien und Gedächtniskapazität

Nach Ansicht mancher Experten schrumpft die Gedächtniskapazität der Menschen, während das Mittelalter noch vollständig auf deren Möglichkeiten setzen konnte. Im Spätmittelalter wurde die Schrift zum großen Wissensspeicher, zugleich übten die Menschen explizit die eigene Gedächtnisleistung, denn es erschienen massenhaft Texte, die die eigene Gedächtniskapazität stärkten. Gleichzeitig breitete sich die Schriftlichkeit explosionsartig aus, wobei der Buchdruck die Antwort auf den gewachsenen Bedarf an Schriftlichkeit war, denn das händische Kopieren reichte nicht mehr aus. Als sich die Verschriftlichung verbreitete,… Weiterlesen »Moderne Medien und Gedächtniskapazität