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Anmerkung zum Marshmallow-Test

Der Marshmallow-Test gehört zu den bekanntesten Experimenten der Psychologie zum Belohnungs- bzw. Bedürfnisaufschub, bei dem man vierjährigen Kindern Süßigkeiten anbietet und sie vor die Wahl stellt, entweder die Süßigkeit sofort zu essen oder später eine zweite zu bekommen, wenn sie der Versuchung widerstehen können und auf den sofortigen Genuss verzichten. Dieser Belohnungsaufschub gelang einigen Kindern gut, anderen hingegen nicht. Ein neueres Experiment zum Marshmellow-Test von Ma et al. (2020) zeigte, dass es bei diesem Versuch auch eine… Weiterlesen »Anmerkung zum Marshmallow-Test

Studie: Wie hoch ist der Nutzen von zusätzlichen therapeutischen Komponenten für die Tabakentwöhnung?

In Regensburg können sich Raucherinnen und Raucher, die gerne aufhören möchten, beim Institut für Psychologie der Universität Regensburg anmelden. Die wirkungsvollste Therapieform zur Entwöhnung von Tabak ist eine Verbindung aus verhaltenstherapeutischer „Raucherentwöhnungsgruppe“ mit medikamentöser Unterstützung. Aber selbst bei dieser Behandlung besteht ein hohes Rückfallrisiko und die Erfolgsquote ein Jahr nach Ende der Behandlung liegt bei 30 bis 40 Prozent. Hier setzt die Vergleichsstudie mit dem Kurztitel „ViReTa“ an. Die Kooperationsstudie untersucht, wie hoch der Nutzen von zusätzlichen… Weiterlesen »Studie: Wie hoch ist der Nutzen von zusätzlichen therapeutischen Komponenten für die Tabakentwöhnung?

Hatte Milgram wirklich recht?

Stanley Milgram hatte in seinen Experimenten vor allem gezeigt, wie sehr Menschen dazu bereit sind, anderen Schaden zuzufügen, wenn eine Autoritätspersonen ihnen erklärt, dass dieses Verhalten gerechtfertigt sei und einer guten Sache diene. Lengersdorff et al. (2020) haben nun ein Experiment mit Elektroschocks durchgeführt, wobei es ihnen aber nicht darum ging, die Autoritätshörigkeit zu überprüfen, sondern das prosoziale Verhalten, also die Neigung, etwas zum Nutzen anderer zu tun. In dieser Studie mussten die Versuchspersonen wiederholt zwischen zwei… Weiterlesen »Hatte Milgram wirklich recht?

Schauen ist nicht gleich Sehen

Die Tübinger Wissenschaftlerin Li Zhaoping, Leiterin der Abteilung für Sensorik und Sensomotorik am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik und Professorin an der Universität Tübingen, beschreibt in einer 2020 veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeit mit dem Titel „The Flip Tilt Illusion“, dass sich das Gehirn von Menschen im peripheren Blick so täuschen kann, dass ein senkrechter Balken fälschlicherweise waagrecht erscheint. In einer Aussendung der Universität Tübingen heißt es dazu: Um unser Gehirn täuschen zu können, müssen wir wissen, welche rechnerischen oder… Weiterlesen »Schauen ist nicht gleich Sehen

Moralerziehung in der Familie

In Familien nehmen Moralerziehung und die Entwicklung einer moralbezogenen Identität biographisch meist ihren Ausgang, sodass Prozesse der innerfamiliären Vermittlung und Aneignung des Erziehungsgegenstands Moral auch von großer Relevanz für Moralerziehung und -bildung in allen anderen Feldern wie Kindergarten, Schule, Arbeitsplatz, Familie etc. sind. Die Aneignung moralischen Wissens sowie des Willens und der Fähigkeit, dieses auch umzusetzen, erfolgt bei Kindern zunächst in der Familie. Welche Prozesse dort genau stattfinden, wurde bislang jedoch nur unzureichend untersucht. Witzke (2020) beschäftigte… Weiterlesen »Moralerziehung in der Familie

Dopamin bei der Verhaltenssteuerung

Bei Entscheidungen und der Steuerung von Verhalten spielt der Botenstoff Dopamin eine wesentliche Rolle. Jüngst haben Siju et al. (2020) die Funktionen von Dopamin beim Entscheiden und bei der Steuerung von Bewegung untersucht. Ausgangspunkt war die Überlegung, dass Lebewesen eine angeborene Duft- und Geschmackspräferenz haben, wobei attraktive Gerüche etwa mit Nahrung verknüpft sind, während weniger attraktive Düften wie der von verdorbenen Speisen gemieden werden. Auch beim Geschmack haben alle Lebewesen ähnliche Präferenzen, denn Zucker und Fette werden… Weiterlesen »Dopamin bei der Verhaltenssteuerung

Verändert die Geburt eines Kindes langfristig die Persönlichkeit der Eltern?

In Übereinstimmung mit dem Prinzip der sozialen Investition sollte die Elternschaft zu einem reiferen Verhalten und einer Zunahme von Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit und emotionaler Stabilität bei den Eltern führen, doch haben frühere Untersuchungen auch Ergebnisse geliefert, die diese Annahme nicht unterstützen. Asselmann & Specht (2020) haben anhand der Daten einer national repräsentativen Haushaltspanelstudie aus Deutschland untersucht, ob Elternschaft in irgendeiner Form mit der Persönlichkeitsreifung zusammenhängt. In diesen Daten wurde jährlich erfasst, ob ein Kind geboren wurde, die Persönlichkeitsmerkmale… Weiterlesen »Verändert die Geburt eines Kindes langfristig die Persönlichkeit der Eltern?

Der Bildstabilisator in der Netzhaut

Während des natürlichen Sehvorgangs nehmen Menschen im Normalfall immer ein stabiles Bild wahr, obwohl sich die Augen bei der Suche nach neuen Eindrücken ständig hin und her bewegen und dabei ein verwackeltes Bild auf die Netzhaut werfen. Diese enthält aber schon eine Form von Bildstabilisator, die dem übrigen Gehirn ein ruhiges Bild präsentiert. Bisher gab es zwei konkurrierende Hypothesen für dieses verwacklungs­freie Sehen: Nach der ersten sollte die Unterdrückung der Wackelbewe­gungen von den Motorsignalen ausgehen, die auch… Weiterlesen »Der Bildstabilisator in der Netzhaut

Gibt es Unterschiede zwischen Nutzern und Nicht-Nutzern von Sozialen Medien?

Derzeit nutzen 2,7 Milliarden Menschen mindestens eine der Social-Media-Plattformen Facebook, WhatsApp und Instagram. Frühere Forschungsarbeiten zur Untersuchung individueller Unterschiede zwischen Nutzern und Nicht-Nutzern dieser Plattformen haben sich in der Regel auf eine Plattform konzentriert, doch nutzen in der Regel Einzelpersonen jedoch eine Kombination dieser Plattformen. In einer Studie haben Marengo et al. (2020) untersucht, wie die Nutzung dieser Plattformen mit soziodemografischen Merkmalen und den Big Five-Persönlichkeitsmerkmalen zusammenhängt. Ausgewertet wurden für die Online-Studie Fragebögen von rund dreitausend TeilnehmerInnen… Weiterlesen »Gibt es Unterschiede zwischen Nutzern und Nicht-Nutzern von Sozialen Medien?

Die Sinne des Menschen und seine Wahrnehmung

Grundsätzliches: Die Fähigkeit, erfolgreich mit anderen Menschen zu kommunizieren, ist für den Alltag von grundlegender Bedeutung, wobei noch nicht endgültig geklärt ist, wie das menschliche Gehirn aus akustischen Sprachsignalen eine Bedeutung ableitet oder die Kommunikationspartner anhand ihrer Gesichter erkennen kann. Spracherkennung hängt dabei einerseits von der Klarheit der akustischen Eingabe als auch andererseits von dem ab, was ein Mensch zu hören erwartet, denn so kann sich etwa bei ungünstigen Hörbedingungen wie in einer Videokonferenz mit schlechter Audioqualität,… Weiterlesen »Die Sinne des Menschen und seine Wahrnehmung