Vertieftes Lesen vs scannendes Lesen

Die Neurowissenschaftlerin Maryanne Wolf erklärt in ihrem Buch „Das lesende Gehirn“ das Lesen belletristischer Literatur als einen Vorgang, bei dem der Leser sich eigene Gedanken macht und das Gehirn Assoziationen zum Gelesenen herstellen.Dieses vertiefte Lesen ist wesentlich mehr als eine bloße Informationsaufnahme, wie sie beim täglichen Lesen der Zeitung oder auch von Emails oder SMS stattfindet. Dieser rein informationelle Aufnahmemodus ist mehr ein Scannen als eine Projektionsfläche für eigene Gedanken und Assoziationen. Ihre These ist, dass sich vor allem durch die Ausbreitung des Internets sich sich das flüchtige Lesen der Informationsmassen immer mehr ausbreite, sodass die Gefahr sehr groß ist, dass Kinder und Jugendliche nicht mehr die für vertieftes Lesen erforderliche Hirnstrukturen ausbilden können.

Siehe auch Formen des Lesens von wissenschaftlicher Literatur