Vergenz-Akkommodation-Konflikt bei 3D

Bekanntlich haben manche Menschen Probleme mit den derzeit boomenden dreidimensionalen Darstellungen in den verschiedensten Medien (Kino, Fernsehen, Video, Computer) Probleme, wobei sie über verschwommenes Sehen, Ermüdung, Kopfschmerzen aber auch Übelkeit klagen. Das liegt an einem die optische Wahrnehmung irritierenden Vergenz-Akkommodation-Konflikt, denn beim Betrachten eines 3D-Mediums müssen sich die Augen zueinander nach innen drehen, um ein sich näherndes Objekt zu verfolgen, und gleichzeitig müssen sie auf die sich verringernde Entfernung fokussieren. Es handelt sich um die grundsätzliche Problematik des  dichoptischen Sehens, bei dem jedem Auge ein separates Bild dargeboten wird, was zu einem Tiefeneffekt führt, der beispielsweise auch den Stereogrammen ausgenutzt wird, bei denen durch Fixieren eines imaginären Punktes vor der Bildebene ein Tiefeneffekt erreicht wird,

Da bei der Betrachtung von medial vermittelten 3D-Darstellungen aber die Entfernung zur Leinwand oder zum Bildschirm natürlich gleich bleibt, ist vor einem 3D-Display keine Neufokussierung nötig. Hinzu kommt auch die Störung des Gleichgewichtssinns, denn wenn die Augen melden, dass man sich bewegt, aber der Gleichgewichtssinn im Innenohr nichts dergleichen wahrnimmt. Vor allem junge Menschen haben mit 3D Probleme, denn die meisten älteren Menschen können gar nicht mehr akkommodieren, sodass sie diesen Konflikt nicht mehr erleben. Abhilfe gegen Probleme beim Gebrauch eines 3D-Displays schafft ein größerer Betrachtungsabstand und eine bessere Gestaltung der 3D-Inhalte.

Quelle
Flohr, U. (2011). Krank macht es vermutlich nicht. Technology Review 11/2011.