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Verspieltheit bei Erwachsenen

Verspieltheit bei Erwachsenen – Adult Playfulness – lässt sich nach Forschungen von René Proyer nicht anhand der fünf großen, klassischen Persönlichkeitsmerkmale beschreiben, sondern ist ein eigenständige s Merkmal, das zwar Anteile dieser fünf Dimensionen aufweist, aber nicht mit ihnen austauschbar ist. Auch ist Verspieltheit nicht gleichzusetzen mit Humor.  Das Spielerische besitzt darüber hinaus auch eine intellektuelle Komponente, sodass Modelle der Verspieltheit aus dem Kindesalter nicht einfach auf Erwachsene übertragen werden können. Proyer entwickelte deshalb eine eigenständige Typologie für Verspielte: Der sozial Verspielte albert ständig herum, am liebsten mit Freunden und Bekannten. Für den Leichtherzigen ist eigentlich alles ein Spiel, das ganze Leben ist locker-flockig und er nimmt es nicht so schwer. Der intellektuell Verspielte spielt gern mit Ideen und Gedanken und entdeckt dabei oft neue Ansätze und Alternativen. Dem Extravaganten ist die Realität zu langweilig, d. h., er amüsiert sich lieber über die kleinen Dinge im Alltag, überspitzt vieles gern und interessiert sich für das Groteske.
Verspieltheit bei Erwachsenen kommt daher ganz unterschiedlich zum Ausdruck und ist auch positiv zu bewerten, denn verspielte Menschen sind gut im Beobachten, nehmen leicht neue Perspektiven ein, durchdenken Dinge anders und gestalten monotone Aufgaben für sich interessant. Dieses Merkmal hat positive Auswirkungen auf das Lösen komplexer Problemstellungen und kann dabei helfen, Stress zu reduzieren. Verspieltheit ist übrigens auch ein wesentlicher Faktor bei der Partnerwahl.

Literatur

Proyer, René T. (2011). Being Playful and Smart? The Relations of Adult Playfulness with Psychometric and Self-Estimated Intelligence and Academic Performance. Learning and Individual Differences, 21, 463–67.
Proyer, René T., & Jehle, Nicole (2013). The Basic Components of Adult Playfulness and Their Relation with Personality: The Hierarchical Factor Structure of Seventeen Instruments. Personality and Individual Differences, 55, 811–816.
Proyer, René T. (2017). A new structural model for the study of adult playfulness: Assessment and exploration of an understudied individual differences variable. Personality and Individual Differences ,108, doi:10.1016/j.paid.2016.12.011.