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Optimismus vs Pessimismus

Schütz & Hoge beschäftigen sich schon lange mit Optimismus und Pessimismus und haben die Vor- und Nachteile des positiven Denkens unter anderem in ihrem Sachbuch „Positives Denken – Vorteile, Risiken, Alternativen“ diskutiert (Schütz & Hoge, 2007). Die Autoren glauben nicht, dass Optimismus alle Probleme lösen kann, denn einige negative Gedanken zwischendurch helfen manchen Menschen eher weiter, etwa in Form eines defensiven Pessimismus, der unter anderem von der Psychologin Julie Norem herausgearbeitet wurde. Zu viel Optimismus kann sich auch negativ auf auf das Risikoverhalten auswirken, denn Studien zeigen, dass Optimisten etwa beim Glücksspiel riskanter agieren und sich eher überschätzen. Optimisten registrieren manchmal nicht, dass sie sich überarbeiten, und nehmen jede Aufgabe an, bis sie irgendwann überfordert sind, was zum Burn-out führen kann. Auch in diesem Fall sind Pessimisten, die von davon ausgehen, dass sie manche Aufgaben nicht bewältigen können, eher im Vorteil.

Man hat übrigens in Untersuchungen herausgefunden, dass eine positive Stimmung in einer Stresssituation schnell verloren gehen kann. Setzt man nämlich Menschen unter Stress, werden sie empfänglicher für schlechte Nachrichten und schätzen das Risko für sich als größer ein, etwa Opfer von Raub oder Einbruch zu werden. In der Evolution war es wohl günstig, dass Menschen zwischen einer optimistischen und einer pessimistischen Grundeinstellung hin- und herschalten können, denn das erleichtert es Menschen, in sicheren und unsicheren Umgebungen zu bestehen, wobei vermutlich auch eine größere Portion Gelassenheit hilfreich sein kann, um den Optimismus zu bewahren. (Stangl, 2018).

Literatur
Stangl, W. (2017). Stichwort: ‚Stimmung‘. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
WWW: http://lexikon.stangl.eu/13837/stimmung/ (2017-08-08)