Schwiegermütter

Der Ruf der Schwiegermütter ist in Witzen und Klischees dokumentiert, was vermutlich eine historische Ursache hat, denn wenn die Schwiegertochter früher in das Haus ihres Ehemannes einzog, stieß sie dort auf ihre Schwiegermutter als Leiterin des Haushalts, sodass auf Grund der Konkurrenzsituation Spannungen vorprogrammiert waren. Repräsentative aktuelle Studien hatten aber gezeigt, dass Schwiegermutter besser als ihr Ruf sind, denn zwischen 60 und 77 Prozent der Befragten zeigten sich mit ihrer Schwiegermutter zufrieden. Doch wenn das Verhältnis schlecht war, konnte eine Schwiegermutter sogar die Ehe ihres Kindes zerstören, denn nach einer Studie gilt sie als Ursache bei etwa jeder zehnten Scheidung. Andrea Kettenbach (Fernuniversität Hagen) beschreibt nun in ihrer Dissertation „Empirische Untersuchung der Vorstellungsbilder von Schwiegertöchtern über Schwiegermütter“ vier Typen von Schwiegermüttern, die sich aus ausführlichen Interviews mit 34 verheirateten Frauen herauskristallisierten und bei über 400 weiteren bestätigten.

  • Die gute, nette, aufmerksame und fürsorgliche Schwiegermutter, die manchmal sogar als „gute Freundin“ bezeichnet wird.
  • Die gemeine, hinterhältige, sich einmischende Schwiegermutter ist jene, die man als böse bezeichnen kann.
  • Die nervige, aber nützliche Schwiegermutter unterstützt die junge Familie, mischt sich aber auch ein. Der Mann ergreift in Konflikten ungern Partei gegen seine Mutter. Die auf die Hilfe angewiesene Frau fühlt sich unverstanden und auf verlorenem Posten.
  • Die defensive, desinteressierte Schwiegermutter verursacht keinen Streit, aber kühle Distanz und Oberflächlichkeit. Schwiegertöchter sind oft enttäuscht, dass die Enkel keine Oma haben. Oft bevorzugen diese Schwiegermütter die Kinder der eigenen Tochter.

Übrigens: Zwischen Männern und ihren Schwiegermüttern sind Probleme eher selten.

Link: http://www.fernuni-hagen.de/psychologie/pdea/mitarbeiter/kettenbach.shtml