Psychologie des Gärtners

Gartenarbeit ist nicht nur wegen der Betätigung in frische Luft für die menschliche Gesundheit zuträglich, sondern Gartenarbeit wirkt sich auch auf die Psyche des Menschen aus. Vom Umgang mit Pflanzen kann man den Umgang mit anderen Menschen und sich selbst lernen, denn Pflanzen besitzen bekanntlich einen starken Überlebenswillen, sie können sich anpassen. Und das sind Kompetenzen, die auch einen Menschen gut anstehen. Pflanzen zeigen Werden, Wachstum, Reifen aber auch Rückzug, Absterben und Vergehen. Bei der Gartenarbeit werden oft Zusammenhänge erkannt und Wege zur Lösung von Problemen gefunden, d. h., wer im Garten arbeitet, erfährt sich als aktiv Tätiger. Man ist bei der Gartenarbeit in gewissem Sinne auch ein Schöpfer, der seine kleine Welt erschafft uns sie in der Folge in Ordnung halten muss. Während für viele Menschen, die am Land leben, Gartenarbeit zu ihrem Alltag gehört, der sie psychisch gesund hält, müssen Städter, insbesondere Menschen, die in Großstädten leben, andere Wege suchen. Einer dieser Wege ist es, sich auf der Terrasse oder einen Balkon ein Hochbeet zuzulegen.

Übrigens: der Mensch ist von Natur aus ein Waldrandbewohner, der es gewohnt war, während des Jahres immer wieder Grün zu sehen, um zu beobachten, wie sich die Natur im Lauf des Jahres verändert. Der Mensch war also die meiste Zeit auf Erden ein Waldrandbewohner, übrigens genau so, wie auch die Vorfahren unserer Rinder und Schweine. Er lebte bevorzugt in von Bäumen und Sträuchern geschützter Umgebung mit einem Zugang zu freien Flächen. Damit ist ein sehr ausgeprägter Trieb zum kilometerweiten Herumsuchen nach Futterquellen damit verbunden. Wenn man den Trieb nach Grün unterdrückt und den Lebewesen egal ob Mensch oder Tier in geschlossene Gebäude sperrt, sind Verhaltensstörungen vorprogammiert.