Gesundheitsinformationen aus dem Internet

Viele Menschen informieren sich heute über Krankheiten im Internet, wo manchmal aus harmlosen Symptomen oft schwere, manchmal auch unheilbare Krankheiten werden. Ulrike Felt hat in einer Studie analysiert, wie medizinisches Wissen aus dem Internet die Beziehung zwischen Ärzten und Patienten beeinflusst. Es zeigte sich, dass die Patienten kaum auf Qualität und Herkunft der über die Suchmaschine gefundenen medizinischen Informationen achten. Auch suchen UserInnen meistens nicht nach Informationen, sondern eher nach Bestätigungen ihrer Vermutungen, sodass die grafische Aufbereitung, die Übersichtlichkeit und die verwendete Sprache einer Informationsseite Einfluss darauf haben, ob sie von Patienten frequentiert wird oder nicht. Felt ermittelte vier verschiedene Patiententypen:

  • TYP 1: Dieser Patient meint, dass er dem Arzt durch seine Internet-Recherche Arbeit abnehme, indem er sich bereits vor der Untersuchung über eventuelle Krankheiten und Fachbegriffe informiert.
  • TYP 2: Bei diesem Patienten herrscht die Meinung vor, dass Ärzte eben nicht alles wissen könnten und das Wissen durch das Internet ergänzt werden müsste.
  • TYP 3: Auch dieser Patient informiert sich vorher im Internet, im Speziellen über die Behandlungsmethoden des jeweiligen Leidens. Im Sprechzimmer des Arztes will er dann über die verschiedenen Therapien verhandeln.
  • TYP 4: Diese Patientengruppe „erlaubt“ dem Arzt, sich um die Behandlung zu kümmern, eignet sich aber das theoretische Wissen über die Krankheit selbst an.

Quelle: „Dr. Google“ macht oft kränker. OÖN vom Mittwoch, 19. Mai 2010,