Existenzgründer tendieren zur Selbstüberforderung und gehen gesundheitliche Risiken ein

38% der Existenzgründer tendieren zur Selbstüberforderung und gehen gesundheitliche Risiken ein. 45% der der Existenzgründer und 30% der Feuerwehrleute, jedoch nur 17% der Lehrer gehören dem AVEM-Muster G(esund) an -mit deutlichen Ausprägungen in den Dimensionen beruflichen Engagements, emotionaler Distanzierungsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit, Problemtoleranz, Ausgeglichenheit, Zufriedenheit. Diese Typologie beschert langfristig eine optimale Gesundheit, beobachten die Professoren Ulf Kieschke und Uwe Schaarschmidt (Potsdam) in einer Studie.
Im Muster S(chonhaltung) sehen die Diagnostiker nur 9% der Existenzgründer, jedoch 23% der Lehrer und 44% der Feuerwehrleute; das Arbeitsengagement ist gering, die Distanz gegenüber der Arbeitsumgebung groß; Ruhe und Zufriedenheit überwiegen, die Gesundheitsrisiken sind minimal.
Im Risikomuster A werden 38% der Gründer, 30% der Lehrer und 14% der Feuerwehrleute geortet: Die Bereitschaft, sich im Beruf zu verausgaben, ist hoch. Distanzierungsfähigkeit, Ruhe und Widerstandskraft bleiben unterentwickelt, negative Emotionen überwiegen. Das Herz-Kreislauf-Risiko und andere gesundheitliche Probleme sind überhöht.
Nur 8% der Unternehmensgründer, 11% der Feuerwehrleute, jedoch 29% der Lehrer werden im Risiko-Muster B gesehen – mit geringen Potentialen in Richtung Arbeitsengagement, Distanzierungsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit, Zufriedenheit, Wohlbefinden. Die gesundheitliche Situation dieser Gruppe ist tendenziell kritisch zu sehen.
Literatur:
U. Kieschke, U. Schaarschmidt:
Stress- und Gesundheitsmanagement bei Existenzgründern.
In Richter, Rau, Mühlpfordt (Hrsg.): Arbeit und Gesundheit.