Benachteiligte Jugendliche: Training für ein aktives, bewusstes Leben

Zunächst versammeln sich die Teilnehmer und bilden Zweiergruppen: Einer verbindet sich die Augen, der andere führt ihn wortlos und behutsam in den Seminarraum. Ein „Training zur bewussten und aktiven Gestaltung des eigenen Lebens“ beginnt. Dr. Florian Löbermann hat es entwickelt und evaluiert – (nicht nur) für gering qualifizierte Jugendliche. Das Programm eignet sich für Schulen – und für die Anwendung nach einem unbefriedigenden Schulabschluss.

„Die positiven Trainingseffekte beziehen sich auf verschiedenste Facetten im Leben der Teilnehmer, wie z.B. den Umgang mit ihren Zielen, Eigeninitiative, Denken, Planen, die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, den Umgang mit Frustrationserlebnissen, Selbstwirksamkeitserwartungen, Selbstbewusstsein, Weiterbildungsaktivitäten und Selbststeuerung.“
„Obwohl das Training schwerpunktmäßig nicht zu Aktivitäten der Eingliederung in den Arbeitsmarkt drängt, sind auch in diesem Bereich Erfolge zu verzeichnen. Dabei sind die entsprechenden Ziele nicht von Außen, sondern von den Teilnehmern selbst gesetzt. Einige Teilnehmer haben sich zunächst auch andere Ziele gesetzt, z.B. die Vermeidung nochmaliger Straffälligkeit.“
Löbermann legt sein Trainingsprogramm inclusive psychologischer Analyse und Evaluation als Buch vor. Die letzte Aufgabe für die Teilnehmer lautet „Schiffbruch-Übung“: Jeder soll für sich entscheiden, was er auf das Rettungsboot mitnehmen will; und anschließend sollen die Einzelwünsche zu einem Konsens zusammengeführt werden. Ist die Hai-Harpune wichtiger als die Seekarte?