Auch Wörter können schmerzen

Richter et al. (2010) legten 16 gesunde Probanden verschiedene Begriffe vor, die sich entweder auf Schmerz bezogen (z.B. krampfartig), positiv (wärmend), negativ (feindlich) oder neutral (kurzhaarig) waren und beobachteten beim Lesen deren Gehirnaktivität mittels funktioneller Kernspintomografie. Aufgaben richteten die Aufmerksamkeit der Versuchspersonen dabei entweder auf den Wortinhalt oder lenkten sie davon ab. So sollten sie sich den Schmerz entweder vorstellen oder sich an schmerzhafte Situationen erinnern oder sie sollten die Vokale der Wörter zählen.Wenn sich die Probanden auf den Wortinhalt konzentrierten, waren in ihren Gehirnen jene Areale aktiv, die an der Verarbeitung von Schmerz beteiligt sind, wurden die ProbandInnen während des Lesens aber abgelenkt, ließ das Aktivierungsmuster des Gehirns auf einen Aufmerksamkeitskonflikt schließen, der stärker war als beim Lesen anderer Wörter. Richter et al. (2010) vermuten, dass Wörter, die mit Schmerz assoziiert sind, für das menschliche Aufmerksamkeitssystem auffälliger sind als andere, da es evolutionär sinnvoll ist, dass diese Reize viel Aufmerksamkeit binden, denn Schmerz kann lebensbedrohlich sein und unser Organismus ist daher immer bestrebt, Gefahren schnell und früh zu erkennen und Schmerzen zu vermeiden.
Literatur
Richter, Maria, Eck, Judith, Straube, Thomas, Miltner, Wolfgang H.R. & Weiss, Thomas (2010).  Do words hurt? Brain activation during the processing of pain-related words. PAIN, 148, 198-205.
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/EMOTION/Angst-Schmerz.shtml (10-10-10)